
In My Story erzählen Menschen ihre Lebensgeschichten. Jeder Mensch hat eine Geschichte und durch diese Geschichte sind wir mit vielen anderen Geschichten verbunden. Mit der Geschichte unserer Eltern, Großeltern, Ahnen, Kindern, Lebenspartner und allen anderen Menschen, die wir lieben. Menschen, die uns unterstützt oder uns Leid zugefügt haben. Von allen diesen Menschen lernen wir und lassen uns inspirieren. Auf diese Art weben wir ein Netz, über das wir alle miteinander verbunden sind.
„Eine bemerkenswerte Kommunikatorin, die mit diplomatischer Geschicklichkeit beständige Bande knüpft. Sie erkennt, was Menschen bewegt und schafft einen Ort des Vertrauens.“
Tauche ein in die fesselnden Lebensgeschichten, die uns alle verbinden. Erlebe die Tiefen und Höhen des Lebens, erzählt von Menschen, die den Mut haben, Ihre Erlebnisse und Emotionen mit der Welt zu teilen. Lass Dich von den Trailern inspirieren und spüre die Kraft, die von echten Geschichten ausgeht. Genieße den Einblick in das, was Dich erwartet – authentisch, berührend, einzigartig. Jetzt ansehen und Dich von diesen Geschichten berühren und inspirieren lassen!
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Die Salonkultur weist eine 200 Jahre währende kulturelle Epoche aus. Die französische Salonkultur prägte Salons in Europa und Russland. Sie wurde ein Pendant zur höfischen Kultur. Der Salon kämpfte gegen das höfische Leben an, er gab der Bourgeoisie einen „Ort des Hofes“. Leistung vor Geburtsrecht, Anstand vor Geld. Getragen von der Intention, durch die Etablierung von privaten gesellschaftlichen Zusammenkünften, einen Kontrapunkt zum höfischen Leben zu setzen und die Machtsphäre der Aristokratie außerhalb des Hofes zu behaupten.
Die Salonkultur entwickelte sich erst nach der französischen Revolution zu ihrer Blüte. Der Niedergang des Hofes, der früher Schauplatz von Kunst und Kultur war, wurde durch den Salon in seiner neuen Form abgelöst. Die ständigen Diskussionen über vielfältige Themen veränderten überkommene Auffassungen. Es herrschte eine Kunstauffassung, die neben der Erschaffung von Werken Einzelner auch einen kulturverändernden Umgang determinierte. In Salons hinterfragten Aufklärungsphilosophen jene Prämissen, auf denen das herrschende politische System ruhte und verwarfen die Vorstellungen von einem von Gott geordneten Kosmos. Im Salon wurde die große französische Enzyklopädie formuliert, deren Verfasser, Diderot und d´Alembert selbst eifrige Salongänger waren.
Da die Zirkel der einzelnen Salons sich überschnitten oder identisch waren und zu den Habitués (Salonstruktur) viele ausländische Besucher gehörten (aus Russland, Schottland, Polen, England, Deutschland) entstand im Laufe von zwei Jahrhunderten europaweit ein internetähnliches kulturelles Netz.
In den Salons ergaben sich Neudefinitionen von Geschlechterrollen und neue kommunikative Umgangsformen und Spielregeln zwischen den Geschlechtern, weil im geschützten Raum des Salons Frauen und Männer ungezwungen, in ehrbarer Freiheit, miteinander umgehen konnten.
Der Salon als Domäne der Frau war zu einem Instrument geworden, gegen die Entrechtung der Frau anzukämpfen. Die private Sphäre war von jeher der Machtraum der Frau. Während Männer ihre Macht im öffentlichen Leben wahrnahmen, taten Frauen dies zurück gezogen im Heim. Die Rolle der Frau des 18. Jahrhundert war jene der Mutter und Ehefrau. Die Emanzipation der Frau begann durch den Salon. Der Salon gab den Frauen der elitären Gesellschaft die Möglichkeit, sich am öffentlichen Leben zu partizipieren, ja es sogar wesentlich zu beeinflussen, während die Männer dies öffentlich taten.
Der Salon war ein Ort, an dem die gebildete Frau ihre neue Machtdomäne aufbaute, Frauen des Adels hatten durch die Verfassung ihre feudalen Rechte eingebüßt und weniger Möglichkeit, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Der Salon war Möglichkeit für die Salonière, sich innerhalb des patriarchalen Systems sichtbar zu bewegen und zu beeinflussen und die asymmetrische Achse der Macht zwischen Mann und Frau herauszufordern.
Die meisten einflussreichen Salonières waren charismatische Frauen, Vorkämpferinnen für Rechte der Frauen und eine egalitäre Gesellschaft. Der Salon als feministische aber auch femininer Ort war geprägt durch die Kunst der Kommunikation, der gelegentlichen Intrige, der Mediation, des Brückenbauens, der Friedensschlichtung und vor allem war es ein Ort, der politisch und gesellschaftlich neutral war. Er ermöglichte Menschen unterschiedlichen finanziellen Standes, unterschiedlicher religiöser Abstammung, gesellschaftlichen Ranges, politischer Zuordnung und nationaler Abstammung einen Ort des Austausches und der Kommunikation.
Frauen konnten in diesem Rahmen ihre Rolle als Vermittlerin einnehmen, des „powerbroker“. Männer hatten Möglichkeiten, im öffentlichen Leben, diese Rollen einzunehmen, als politischer Vertreter, Impresario, etc. Der Salon war das einzige Terrain der Frau, auf dem sie diese Rollen ebenso einnehmen konnte. Der Politische Salon zeigte sich insbesondere bei Berta Zuckerkandl und Anna Kuliscioff.
Eine weitere Intention des Salons war auch jene der Etablierung einer Universität für Frauen. Frauen gingen in ihrem Salon mit den Männern in geistigen Wettbewerb. Die Frau hatte gesetzlich verankerte Unterordnung, Heirat ohne Liebe, diminuierende Erziehung, gelernt. Der Salon gab ihr einen Ort der Autonomie, einen Ort, an dem sie selbstbestimmt entscheiden konnte.
Dieser Aspekt kommt vor allem bei den Salonières gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu tragen, deren Hauptakteurinnen jüdische Frauen waren, die nicht nur für Ihre Rechte als Frauen eintraten, sondern auch für ihre Freiheit innerhalb der jüdischen religiösen Erziehung. Sie kämpften nicht nur für die Emanzipation als Frau sondern auch für Ihre Emanzipation als Jüdische Frau.
Der Salon war Domäne der Frauen, in der die Bildungsdifferenzen aufgelöst waren und Frauen sogar als diejenigen, die den Mann kultivierten und formten, galten. Die Verdienste der Salonièren bestanden auch in der Arbeit gegen eine neuerliche Befestigung des Ausschlusses von Frauen. Sie nahmen für Frauen das Recht auf höchste Gelehrsamkeit in Anspruch. Die Salonièren waren zumeist Autodidaktinnen und die es mit Genugtuung erfüllte, die soziale Form des Salons zu gestalten.
1764-1847
Eine jüdische Göttin
Schriftstellerin, führende Berliner Salonière
Henriette Herz war eine Pionierin des literarischen Salons und gründete in der Spandauer Straße den führenden Berliner Salon, der prominente Politiker, Wissenschaftler, Künstler sowie Literaten wie die Brüder von Humboldt, Clemens Brentano und Rahel Levin anzog. Ursprünglich als Frauenkränzchen gestartet, wurde ihr Salon zum Treffpunkt der Heidelberger Romantik und des geistigen Austauschs.
Schriftstellerin, Salonière
Rahel Varnhagen wurde als Gastgeberin eines der bedeutendsten literarischen Salons in Berlin bekannt, wo Dichter, Naturforscher, Politiker und Adelige wie Ludwig Tieck, Friedrich Schlegel und die Brüder von Humboldt zusammenkamen. Ihr Salon galt als Treffpunkt für geistigen Austausch und kulturelle Innovation.
1771-1833
Eine Geselligkeit, einzigartig in ganz Deutschland
1767-1854
Die Königin Mutter
Salonière
Amalie Beer, bekannt als „Die Königin Mutter“, führte einen musikalisch geprägten Salon, der Adelige, Politiker und Künstler wie Friedrich Wilhelm IV., Prinz Wilhelm und ihren Sohn Giacomo Meyerbeer anzog. Ihr Salon war ein zentraler Treffpunkt der Frühromantik und kulturellen Elite.
Komponistin
Fanny Hensel, Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, leitete die berühmten „Sonntagsmusiken“ der Familie Mendelssohn, bei denen Werke von Bach, Beethoven und ihrem Bruder aufgeführt wurden. Sie übernahm später die vollständige Leitung, Komposition und Programmgestaltung dieser musikalischen Treffen.
1805-1854
Der Salon als Muse
1857-1925
Die subversive Salonière
Engagierte Feministin, Anarchistin, Sozialistin
Anna Kuliscioff, promovierte Ärztin, Feministin und Sozialistin, war Mitbegründerin der PSI und Redakteurin der sozialistischen Zeitschrift Critica Sociale. Ihre politische Arbeit, geprägt von Exil und Verhaftungen, hielt die Partei in engem Kontakt zu Friedrich Engels und den orthodoxen Sozialisten.
Schriftstellerin, Verlegerin, Kunstsammlerin
Gertrude Stein führte in Paris einen berühmten Salon, der Künstler der Avantgarde wie Picasso, Matisse und Braque sowie später US-amerikanische Schriftsteller wie Hemingway und Fitzgerald anzog. Ihr Salon war ein Zentrum der modernen Kunst und Literatur.
1874-1946
Unkonventionelle Konversationen
1864-1945
„Auf meinem Diwan wird Österreich lebendig“
Schriftstellerin, Journalistin, Kritikerin, Salonière
Berta Zuckerkandl führte bis 1938 einen literarischen Salon in Wien, der Künstler und Wissenschaftler wie Gustav Klimt, Johann Strauss jun., Max Reinhardt und Arthur Schnitzler versammelte. Ihr Salon war ein bedeutender Treffpunkt der Wiener Kultur- und Kunstszene.